Rennbericht 20 Stunden von Fell 2008

Wer lesen kann ist klar im Vorteil!
Mein Radkollege Thorsten Knipp gab mir den Tipp, doch mal beim 20 Stundenrennen von Fell teilzunehmen, da mir die Strecke gefallen würde.
Ein Blick auf die Homepage, und schon war ich angemeldet. Da der Startschuss erst um 19 Uhr fiel, machte ich mich mit meiner Freundin
morgens früh auf dem Weg Richtung Trier. Angekommen in Fell besorgte ich mir meine Startunterlagen, und machte  noch ein kleines Schläfchen
bis 18 Uhr. Vor dem Startschuss war ich optimistisch eine gute Platzierung einzufahren, was nicht dringend notwendig war, aber durchaus realistisch.
Ziel war für mich  die 20 Stunden durchzufahren. Der Startschuss fiel, 65 Einzelstarter und 45 Teams machten sich auf den Rundkurs von 16 Kilometer
Länge mit 330 Höhenmetern. Nach der ersten Runde wusste ich worauf ich mich eingelassen hatte .Ein knackiger Berg wo sonst Bergrennen mit Autos
ausgetragen werden, eine Abfahrt die meinen Downhill Qualitäten entgegenkamen. Kurz vorm Dunkel werden rief mir ein Streckenposten zu, das ich
auf Platz 5 liege. In der Nacht konnte ich es mal wieder nicht lassen die Abfahrt im Eiltempo zunehmen, was einem anderen Einzelstarter so verdutzte,
das er dies meiner Freundin, die mich betreute, prompt erzählte. Zwei Runden später musste ich mein Eiltempo in der Abfahrt abrupt beenden, da ich
fast mit einem Reh kollidierte. Bei der Fahrerbesprechung warnte der Veranstalter noch vor die Abfahrt, da dort mit Wildwechseln zurechnen ist.
Nach dem der erste Schock überwunden war, und der Hinterreifen fast eckig gebremst war, reduzierte ich meine Geschwindigkeit bis es wieder hell wurde.
Um 6 Uhr war ich so Müde, das ich mich für 15 Minuten schlafen legte. Diese kleine Schlafpause tat mir so gut, das dass für die letzten Stunden reichte.
Inzwischen war ich auf Platz 6 zurück gefallen. Ich dachte mir, wenn ich diese Platzierung bis zum Schluss halten kann, kann ich sehr zufrieden sein.
Aber alles kam ganz anders wie gedacht. Drei Stunden vor Schluss lag ich immer noch auf  Platz 6, der siebt Platzierte lag ca. 7 Minuten hinter mir.
Eine Stunde vor Schluss war die Konkurrenz bis auf  wenige Sekunden ran gekommen. Nach kurzer Verpflegungspause war der siebt Platzierte an mir
vorbei, ich nahm sofort die Verfolgung auf, um mir den sechsten Platz wieder zuholen. Da das auch meine letzte Runden sein sollte, musste ich alles dran
setzen meine Konkurrenz zu überholen. Am Berg hatte ich das Nachsehen, also kam nur die Abfahrt in frage, das gelang mir auch.
Nach 19 Stunden und 29 Minuten für ich als sechs Platzierter übers Ziel, dachte ich. Meine Freundin sagte mir ich könne noch eine Runde fahren, da
ich aber in der letzten Runde soviel Kraft gelassen hatte, war keine Runde mehr drin, außerdem dachte ich, das alles was unter 20 Stunden gefahren
wurde, zählt, und noch eine Runde in 30 Minuten war nicht drin. Falsch gedacht. Damit war der sechste Platz futsch und ich hatte gar keine Platzierung.
Das Reglement sagt eindeutig, das man nach 20 Stunden übers Ziel fahren muss um gewertet zu werden. Fazit: Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Immerhin war ich unter den Fahrern unter 20 Stunden der erst Platzierte mit den meisten Runden. Hahaha.  
 
PS! Nachdem ich diesen Bericht geschrieben hatte, wurden die Ergebnisse des Rennens geändert, und alle Finisher die unter 20 Stunden ins Ziel kamen
wurden auch gewertet. Damit wurde ich als siebter gewertet.